oder wie Fachleute sagen: die Protrusionsschiene kann bei starkem Schnarchen, wenn dieses für sich allein auftritt, hilfreich sein.

Ebenso ist sie ein Mittel der Wahl, bei leichten bis mittelschweren Formen der obstruktiven Schlafapnoe. Bei dieser Form der Schlafapnoe ist es oft ausreichend, den Kiefer – und damit die Zunge an der richtigen Stelle zu fixieren, um die Atemwege frei zu halten. Leider kann sie bei einer zentralen Apnoe nichts ausrichten. Handelt es sich um eine Mischform: zentrale/ obstruktive Apnoe, kann die Schnarchschiene hilfreich sein, wenn der AHI relativ niedrig ist und man mit Hilfe der Schiene in den nicht behandlungsbedürftigen Bereich gelangt.

Manche Menschen schlafen mit offenem Mund und bringen so das Gaumensegel zum Schwingen, wodurch das lästige Schnarchgeräusch verursacht wird. Um das zu verhindern, kann man sich ein Kopftuch umbinden und unter dem Kiefer fest verknoten. Das wird wohl kaum bei jemandem Zustimmung finden (allenfalls als Notlösung für eine Nacht).

Eine sinnvolle Lösung kann in einem solchen Fall eine Protrusionsschiene sein, die vom Zahnarzt angepasst wird. Ja, man kann auch in der Apotheke „fertige“ Schienen kaufen, auch das allenfalls eine Notlösung für einige Nächte. Die vorgefertigte Schiene kann zu einer Fehlstellung des Kiefers, im schlimmsten Fall zu einem Zahnverlust führen.

Ähnlich wie bei einem Gebiss ist es wichtig, daß die Protrusionsschiene exakt an die persönlichen Gegebenheiten im Mund angepasst wird, damit sie nicht drückt und so Verletzungen im Mund verursacht, damit nicht einzelne Zähne zu stark belastet werden und sich nach und nach lockern und ausfallen.

Was bewirkt nun die Protrusionsschiene?

Im Schlaf, vor allem bei Menschen die auf dem Rücken schlafen, sinkt die Zunge und damit auch der Unterkiefer nach hinten und verändert damit den Atemquerschnitt. Das Gaumensegel, also der weiche Teil des Gaumens, fängt an zu flattern und verursacht damit das lästige Geräusch – der Mensch „schnarcht“. Die Protrusionsschiene verhindert das, indem sie Kiefer und Zunge in der richtigen Lage festhält. Das Schnarchen hört auf.

In der Regel meint man zwar, mit dem Schnarchen nur den Partner zu stören, doch das ist nicht ganz so einfach. Auch für den Schläfer selbst kommt es zu sogenannten „Arousals“, das sind Weckreaktionen, die man selbst nicht wahrnimmt, welche man aber im Schlaflabor messen kann. Diese beeinträchtigen die Schlafqualität erheblich und an manchen Tagen fühlt man sich dann, trotz ausreichendem Schlaf, müde und zerschlagen.

Solcher, nicht erholsamer Schlaf wirkt sich auf die Dauer auch auf das gesamte gesundheitliche Befinden aus und kann ähnliche Folgen haben, wie eine Schlafapnoe. Darum sollten sich zumindest starke „Schnarcher“ nach einer Lösung für dieses Problem umsehen.