Oft werden Ursachen für spätere Schlafstörungen schon in der Kindheit angelegt. Wenn man Kinder zu regelmäßigen Zeiten ins Bett schickt, ohne daß sie müde sind, kann das so eine Ursache sein.

Aber auch Schichtarbeit, unregelmäßige Arbeitszeiten, die über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, können dazu führen, daß sich Schlafstörungen herausbilden.

Ebenso gibt es eine Menge Erkrankungen, die Schlafstörungen bedingen, wie zum Beispiel:

  • behinderte Nasenatmung (durch Polypen, Nasenscheidewand Verkrümmung, zu großes Zäpfchen)

  • geschwollene oder vergrößerte Mandeln

  • zu lockerer Zungengrund

  • Depression

  • Schlafapnoe

  • Narkolepsie

  • posttraumatische Belastungsstörung

  • usw.

Als erstes Mittel der Wahl sollte immer die Schlafhygiene verbessert werden. Was verstehen wir unter Schlafhygiene?

  • Regelmäßigkeit: feste Zeiten für das Wecken und Aufstehen sind das A und O der Schlafhygiene. Ja, richtig, das Aufstehen zu einer regelmäßigen Zeit ist der Hauptfaktor eines gesunden Schlafs.

  • Um genügend Schlaf zu bekommen, was individuell verschieden ist - der eine braucht mehr, der andere weniger - ist es wichtig, seine Zubettgehzeit nach der Aufstehzeit auszurichten und diese dann mit einer Abweichung von einer halben Stunde plus oder minus einzuhalten. Aber auch hier gilt, wie bei jeder Lebensregel, Ausnahmen sind zugelassen.

  • Rituale können helfen, das Einschlafen zu erleichtern: eine lauwarme Dusche (nicht kalt, nicht heiß, das würde den Kreislauf in Wallung bringen), ein kleiner, gemütlicher Spaziergang, das Buch vor dem Einschlafen. Die individuelle Lösung findet man durch Probieren heraus.

  • keine aufregenden Unternehmungen vor dem Zubettgehen, wenn doch, erst wieder durch eine eher langweilige Tätigkeit "herunter kommen".

  • lockere Kleidung und leichte Decken, der Jahreszeit angepasst. Kopfkissen, die wirklich Kopf und Nacken unterstützen. Seitenschläfer brauchen andere, als Rückenschläfer, wer auf dem Bauch schläft, sollte gar kein Kissen benutzen.

  • Bett/ Matratze müssen gut unterstützen, dürfen aber nicht zu hart sein. Das ist auch eine Frage der Individualität. Auch die gute Durchlüftung der Schlafunterlage spielt eine wichtige Rolle.

  • Die Schlafumgebung ist mitverantwortlich für einen erholsamen Schlaf. Nicht zu laut, nicht zu hell, kein Durchzug. Die Raumtemperatur sollte im Mittel bei 18° liegen. Wer nicht in völliger Dunkelheit schlafen mag, kann sich eine rote Nachtlampe besorgen. Bei rotem Licht kann man zwar alles sehen, der Körper nimmt das aber nicht als Licht wahr, so daß der Melatonin- Serotonin- Haushalt nicht gestört wird (was zu Schlafstörungen führen würde).

  • Achtung bei elektronischen Geräten: Computer, Smartphone etc. strahlen Licht mit hohem Blauanteil aus. Dieses Licht entspricht in etwa dem Tageslicht. Daher stört es den Schlaf ganz erheblich (die Melatoninproduktion [Wach- Hormon] steigt dadurch um bis zu 58%). Wo solche Geräte unumgänglich im Schlafbereich benötigt werden, kann man die Lichtquelle mit rotem transparentem Klebefilm abdecken. Sonst: draußen lassen, ausschalten, auf die beleuchtete Seite legen, usw.

Noch einmal zurück zu den Kindern: wenn sie noch nicht müde sind, kann man ihnen mit einer unaufgeregten Geschichte, die in gleichmäßiger Stimmlage vorgetragen wird, in den Schlaf helfen. Oder mit dem berühmten Glas Milch mit Honig. Sonst gilt das Gleiche, wie oben für Erwachsene gesagt.