Es kommt vor, daß Menschen nicht nur an Schlafapnoe leiden, sondern gleichzeitig noch an einer weiteren chronischen Erkrankung: der Narkolepsie.

Wenn trotz optimaler Einstellung des Atemtherapiegerätes - und braver Nutzung, Nacht für Nacht - die Symptome: abnorme Schläfrigkeit, unwillkürliches Einschlafen während eines Gesprächs, vor dem Fernseher, im Kino, weiterbestehen, kann es sich um eine Narkolepsie handeln.

Das wäre dann ein Fall, bei dem zusätzlich ein Neurologe gefragt werden sollte.

Die Leitsymptome dieser neurologischen Erkrankung sind

  • zwanghaftes Einschlafen

  • Kataplexie.

Kataplexie ist ein plötzliches Nachlassen der Muskelspannung, so daß der Patient strauchelt oder stürzt. Auslöser für die Kataplexie ist in der Regel eine heftige Gemütsbewegung: Erschrecken, Überraschung, Freude, Lachen, usw. Allerdings gibt es auch nicht wenige Fälle, in denen nur der übermäßige und nicht beherrschbare Schlafdrang vorliegt.

Der Neurologe hat verschiedene Untersuchungsmethoden, um die Wahrscheinlichkeit einer Narkolepsie festzustellen. Neben der Untersuchung im Schlaflabor kommt auch ein Test auf eine genetische Abweichung in Frage (die sogenannte HLA-Klasse-II-Typisierung). Liegt der Verdacht auf einen Raum fordernden Prozess vor, kann auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) Aufschluss geben.

Bei der Narkolepsie ist die Schlafarchitektur in der Regel abweichend von der Norm. Das bedeutet, der Patient schläft quasi bei "Kopfkissenberührung" ein (innerhalb von weniger als 10 Minuten) und hat u.U. seinen ersten REM- Schlaf noch vor der Tiefschlafphase, normalerweise folgt der REM- Schlaf (Rapid- Eye- Moving- [schnelle Augenbewegungs-] Phase) dem Auftauchen aus der ersten Tiefschlafphase. Dazu kommt, daß der Schlaf fragmentierter ist, als bei Gesunden. Dies alles deckt die Polysomnografie im Schlaflabor und eventuell einige zusätzliche Labor- und technische Untersuchungen auf.

Jedoch tritt diese Erkrankung auch allein auf, die Patienten leiden an nahezu unstillbarem Schlafbedürfnis und nicken immer wieder für kurze Zeit ein - ein leichtes Berühren des Patienten reicht in der Regel aus, um ihn wieder zu wecken.

Diese chronische Erkrankung lässt sich mit Medikamenten relativ gut behandeln.

Eine relativ allgemein verständliche wissenschaftliche Abhandlung findet sich im „Deutschen Ärzteblatt“ unter diesem Link.